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Wasserkreislauf des Trinkwassers aus der Leitung

Den normalen Wasserkreislauf kennen wir alle – vereinfacht ausgedrückt steigt Wasser auf und kommt wieder runter. Aber wie sieht es mit dem Wasserkreislauf des Leitungswassers aus das wir täglich nutzen? Wie wird es gefördert, findet den Weg zu uns und vor allem wie wird es wieder vom ganzen Schmutz gereinigt?

 

 

Kurzüberblick des natürlichen Wasserkreislaufs

Zuerst verdunstet das Wasser der Meere, Flüsse und Seen durch Erwärmung bei Sonneneinstrahlung. Es steigt auf, woraufhin es umso höher es steigt immer stärker abkühlt bis zum Taupunkt. Der Wasserdampf wird zu Tröpfchen, sie sammeln sich bis die Wolken sich entleeren und es regnet. Das Wasser trifft auf den Boden und die Meere und Seen sowie andere Gewässer und vermischt sich dort und sickert auch langsam ins Grundwasser ab.

 

 

Filterprozesse unseres Leitungswassers

Deutschland wird hauptsächlich aus Wasser von Seen und Grundwasser versorgt. Wenn das Regenwasser auf den Boden trifft hat es schon zahlreichen, in der Luft vorhandenen, Schmutz aufgenommen. Gerade in Industriegebieten fallen eine Menge Abfallprodukte an, die in die Atmosphäre gepumpt werden und die der Regen begierig aufnimmt. Die Natur reinigt es aber schon einmal automatisch. Neben Regenwasser versickert auch das Wasser aus Seen und Flüssen mit der Zeit und wird durch die verschiedenen Erd-, Sand- und Kiesschichten gereinigt. Mikroorganismen im Erdreich lösen/binden Schadstoffe zusätzlich. Dieser Prozess ist aber sehr langwierig im Gegensatz zur erzwungen Filterung in den Wasserwerken. Er dauert mindestens 50 Tage aufwärts. Im Grundwasser Bereich angekommen ist es schon einmal gut vorgefiltert und wird abgepumpt und vor der Aufbereitung meist durch Brunnenanlagen weitergeleitet.

Die Wasserwerke bereiten das Wasser nun auf. Durch verschiedene Filtermechanismen wie in Sprühanlagen, Grob- und Schnellfilter aus Sand sowie teils Aktivkohlefilter wird das Wasser gereinigt.

Hier ein Beispiel der Filterstufen einer Wasseraufbereitungsanlage:

Bei Sprühanlagen wird das Wasser in sehr feine Tröpchen in die Luft des Tankfilters gesprüht. Dadurch kann das Wasser sehr effektiv Sauerstoff aufnehmen. Die Mangan- und Eisenverbindungen reagieren dann mit dem Sauerstoff und bilden eine Masse die sich verbindet und im Auffangbehälter sammelt. Beides, Wasser und die Eisen-Mangan-Verbindung, wird dann abgepumpt. Im nächsten Schritt dem Schnellfilter (auch Vorfilter/Sandfilter genannt) durchfließt das Wasser eine feine Gesteinsschicht. Die Eisen- und Manganflöckchen sowie andere gröbere Stoffe werden damit aus dem Wasser herausgefiltert. Diese grobe Stoffe durchfließen nämlich nicht die Gesteinsschicht. Das gereinigte Wasser wird nun wiederum abgepumpt und durch andere Filtermechanismen (je nach Wasserwerk unterschiedlich) wie Aktivkohlefilter gepumpt um die Grenzwerte der Schadstoffe im Wasser einzuhalten. Aktivkohlefilter sind zwar sehr effektiv, werden aber nur bei größerer Schadstoffbelastung eingesetzt, da sie sehr teuer sind.

Das Trinkwasser wird dann zwischengespeichert und danach in den Pumpanlagen verteilt. Vor dem endgültigen Verteilung wird es auf 54 Schadstoffe getestet, dessen Grenzwerte in der Trinkwasserordnung stehen und nicht überschritten werden dürfen.

Leider werden diese Grenzwerte immer weiter hoch gesetzt da die hohe Schadstoffbelastung des Wassers heutzutage weder von der natürlichen sowie künstlichen Filterung noch effektiv herausgefiltert werden kann. Auch lassen sich inzwischen mit modernen Messmethoden 3000 Stoffe im Wasser nachweisen, angefangen von Medikamenten Rückständen bis zu Hormonwirksamen Stoffen. Es wird vermutet das gerade letzteres mit der sinkenden Fruchtbarkeit von Männern in Verbindung steht.

Das Wasser in den Leitungen steht unter hohem Druck. Der Vorteil des Drucks ist das wir immer Leitungswasser ohne Pumpvorlaufzeit zur Verfügung haben, während dies für die natürliche Struktur des Trinkwassers nicht förderlich ist. Der Wasserverbrauch eines deutschen Durchschnittsbürgers liegt bei etwa 152 Liter.

 

Abwasseraufbereitung

Die riesige Abwassermengen werden zur Kläranlage weitergeleitet die aus sehr vielen komplexen Reinigungsstufen bestehen. Zuerst fließt es durch grobe Gitter die großen Schmutz (u.a. Hygieneartikel, Speisereste, auch Plastikreste) aufhalten und abgefischt werden. Im nächsten Schritt wird das Abwasser in Becken in denen sich Steinchen, Sand und Kies absetzen mit einer hohen Fließgeschwindigkeit geleitet und zu den Vorklärbecken gepumpt. In diesen sinken noch feinere Stoffe aufgrund einer langsameren Fließgeschwindigkeit zu Boden. Nun beginnt nach der mechanischen die biologische Reinigung. Feine Bakterien und Mikroorganismen fressen grob gesagt die Reststoffe auf und fallen im sogenannten Nachklärbecken gesättigt zu Boden.

Nun wird das Wasser wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgelassen – Seen und Flüsse. Dort wird es dann wieder abgepumpt oder nach dem absickern ins Grundwasser hochgepumpt und die Reise beginnt aufs Neue.