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Buchrezension zu Gerald H. Pollacks „Wasser - viel mehr als H2O“

Dieses Buch ist definitiv eins der besten wissenschaftlichen Bücher zum Thema Wasser, dass ich je gelesen habe. Das Buch ist voll von revolutionären Ideen die Ihre Ansicht über Wasser für immer verändern werden. Und, auch ganz wichtig, es ist nie langweilig und kann auch von Laien mit wenigen Wissenschaftlichen Kenntnissen verstanden werden.

Das Hauptthema vom Buch ist, dass Wasser nicht nur als Festkörper
Dampf und Flüssigkeit in der Natur existiert, sondern auch als was Pollack „Ausschlusszone“ (Exclusion Zone - EZ) nennt, der vierte Zustand des Wassers. In der Nähe einer hydrophile Oberfläche werden die gelöste Substanzen ausgeschlossen und daher der Name „Auschlusszone“. Diese Auschlusszone hat ganz besondere Eigenschaften, eine andere Dichte, Viskosität oder Oberflächespannung, und ähnelt in seiner Struktur einen flüssigen Kristall.

Diese Auschlusszone wird von Strahlungsenergie (nicht nur Licht, sondern auch ultraviolett und infrarot Strahlung) erzeugt und beibehalten. Diese Strahlung bewirkt eine Ladungstrennung und daher entsteht eine elektrische Spannung zwischen der Auschlusszone und dem Hauptteil-Wasser. Laut Pollack speichert das Wasser auf diese Weise diese Strahlungsenergie und daher kann man es als eine Batterie ausnutzen.

Der 
pH-Wert ist im Wasser deswegen nicht homogen, und variiert von einem niedrigen Wert (sehr sauer) genau außerhalb der Auschlusszone bis zu einem weniger säuerlichen Wert, weiter weg von der Auschlusszone.

Diese Theorie des Wassers erlaubt Pollack viele merkwürdige Eigenschaften vom Wasser zu erklären. Dass Wasser eine sehr seltsame Substanz ist, ist seit langem bekannt. Diese seltsame Eigenschaften sind genau diejenige die das Leben ermöglichen.

Zum Beispiel erklärt Pollack das Gesetz „Gleiches zieht Gleiches an“, im Gegensatz zum Gesetz der Elektrizität das besagt dass nur entgegengesetzt geladene Teilchen sich anziehen. Dies passiert, weil zwischen den gleich geladene Teilchen, entgegengesetzt geladene Teilchen vorhanden sind, die die Teilchen anziehen. Damit kann Pollack die Entstehung von kolloidale Kristalle erklären, wo die geladene Teilchen im Wasser gleichmäßig verteilt sind.

Noch näher an unserer Erfahrung kann man auch mit dieser Theorie die Entstehung von Wolken begreifen. In den Wolken befinden sich winzige negativ geladene Wassertropfen, die obwohl sie gleich geladen sind, eine kohärente Menge bilden.

Die Ladungstrennung zwischen der Auschlusszone und dem Hauptteil-Wasser lässt auch erklären, warum nasser Sand fest ist. Dr. Pollack zufolge bildet sich Auschlusszonen auf der Oberfläche der Sandstaub und inzwischen liegen positive geladene Wassermoleküle, die die Anziehungskraft bewirken.
Ganz revolutionär ist auch seine Theorie der brownschen Bewegung, die jenseits Einsteins Theorie geht. Die brownsche Bewegung ist die chaotische Bewegung, dass ein makroskopisches Teilchen im Wasser oder andere Flüssigkeiten durchführt. Nach Einsteins Theorie entsteht diese Bewegung aufgrund der thermischen Kollisionen zwischen den Moleküle und dem Teilchen. Pollack ist hier anderer Meinung. Laut ihm ist die Strahlungsenergie was die brownsche Bewegung betreibt, indem sie Auschlusszone um das Teilchen erzeugt die aufgrund ihrer elektrischen Ladung von den anderen Ladungen angezogen wird.

Im Buch gibt noch viele andere Ideen, bspw. Theorien von Reibung und Verdunstung, von Oberflächespannung und 
Kapillarität.

Die Themen werden anhand vieler Bilder und Experimente veranschaulicht, und ohne mathematische Formulierung. Auch wenn nur einige dieser Ideen richtig wären, wäre es trotzdem ein revolutionäres Buch. Wenn Sie ein aufgeschlossener Wissenschaftler sind oder wenn Sie sich einfach fürs Wasser interessieren, ist dieses Buch für Sie nachdrücklich empfehlenswert!

 

Buchrezension von Dr. rer. nat. Fernando Marino

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